D02 Projektmanagement
- Änderungen
2026-10-10 Mit den SEP-Foliennotizen zusammengeführt und als Leitfaden neu strukturiert. Kommunikation und Zeitmanagement aus W01 übernommen, QS nach D04 Qualitätssicherung verschoben.
Euer Entwicklungsprozess
Wir orientieren uns am Agilen Manifest: Prozesse müssen fortlaufend an das Projekt und die beteiligten Menschen angepasst werden. Deshalb geben wir keinen festen Prozess wie Scrum oder Kanban vor. Völlige Freiheit führt allerdings leicht zurück zum Wasserfallmodell: lange planen, lange entwickeln, und erst am Ende sieht der AG, ob das Ergebnis passt. Deshalb gibt es einen groben Rahmen, innerhalb dessen ihr euren Prozess selbst gestaltet.
Damit das funktioniert, braucht ihr ein paar Grundlagen, die der Rest dieses Dokuments beschreibt:
Datenverwaltung: Alles, was im Projekt entsteht, ist versioniert und für alle auffindbar.
Kommunikation: Ihr sprecht euch im Team und mit dem AG regelmäßig, vorbereitet und nachvollziehbar ab.
Planung und Zeiterfassung: Ihr plant, was in eure Zeit passt, und messt, ob der Plan aufgeht.
Was ihr umsetzt, bestimmen die Anforderungen. Wie ihr sicherstellt, dass es gut umgesetzt ist, beschreibt die Qualitätssicherung.
Prozess selbst gestalten
Klar abgesprochene Prozesse sorgen für ein gemeinsames Verständnis im Team und vermeiden später Streit. Am Ende beschreibt ihr euren Prozess in der Projektdokumentation.
Legt fest, wer was wann und wie macht
Haltet eure Prozesse schriftlich fest
Prüft regelmäßig, ob eure Prozesse befolgt werden und ob sie euch helfen
Passt sie an, wenn nicht – Prozesse sind nicht in Stein gemeißelt
Übernehmt Prozesse aus früheren Projekten (zum Beispiel aus der Industrie) nicht einfach – Prozesse sind spezifisch für Projekte und Teams.
Rahmen: Iterationen
Ihr arbeitet in Iterationen von 2 Wochen. Am Ende jeder Iteration steht laufende Software, die ihr eurem AG zeigt. Zu jeder Iteration gehören:
ein Treffen mit dem AG: Abnahme, neue Anforderungen, Priorisierung
ein Treffen im Team: Planung und Aufgabenverteilung
Entwicklung inklusive Qualitätssicherung
Datenverwaltung
In einem Projekt fallen viele Daten an. Wenn ihr nicht an die Daten kommt, die ihr braucht, oder über veraltete Versionen stolpert, kostet das Zeit und Nerven.
Legt deshalb alle Daten zentral, versioniert und für alle auffindbar ab:
Code
Dokumente, auch die, die ihr vom AG erhaltet oder mit ihm teilt
Folien
Protokolle
Anforderungen
…
Heutzutage bedeutet das in der Regel Git zusammen mit einer Forge (z.B. GitLab, GitHub, Forgejo), die auch Issues und Code Reviews unterstützt. Für Dokumente, die sich schlecht in Git verwalten lassen, kommt zusätzlich etwas wie ein Wiki oder Google Docs dazu. Wählt die Tools, die für euch und den AG am einfachsten funktionieren.
Gebt eurer TB und, wo sinnvoll, eurem AG Zugriff
Denkt an die Übergabe am Projektende: Der AG muss Code und Dokumente problemlos übernehmen können
Kommunikation
Gute Kommunikation verhindert Missverständnisse und unnötige Arbeit. Am Ende ist besonders die Kommunikation mit eurem AG entscheidend für den Projekterfolg.
Im Team
Legt klare Kommunikationswege fest (z.B. Chat-Kanäle), um den Overhead zu minimieren
Trefft euch mindestens einmal pro Iteration im Team:
Plant, welche Anforderungen ihr in der Iteration umsetzt
Verteilt die Aufgaben
Reflektiert, was gut funktioniert und was besser funktionieren könnte
Trefft wichtige Entscheidungen, insbesondere Designentscheidungen, gemeinsam
Visualisiert eure Ideen und die Architektur eurer Software, z.B. auf einem (digitalen) Whiteboard – so merkt ihr schnell, ob alle dasselbe meinen
Mit AG und TB
Vereinbart ein festes Treffen 1x pro Iteration mit eurem AG:
Abnahme von implementierten Anforderungen, meist per Live-Demo
Definition von weiteren Anforderungen
Priorisierung der Anforderungen für die nächste Iteration
Klärt mit eurer TB, ob sie an den AG-Treffen teilnimmt oder ihr euch separat trefft
Klärt mit eurem AG, wie ihr zwischen den Treffen kommuniziert, z.B. für kurze Rückfragen
Teilt Skizzen und Architekturbilder auch mit dem AG – das erleichtert ein gemeinsames Verständnis
Habt einen klaren Kontaktweg für AG und TB, z.B. eine gemeinsame E-Mail-Adresse
Stellt sicher, dass sich eine Person verantwortlich fühlt zu antworten
Antwortet nicht widersprüchlich
Meetings
Bereitet Meetings vor: Plant, was ihr mindestens ansprechen wollt
Sprecht alle offenen Punkte an, verschiebt längere technische Diskussionen aber auf später
Legt vorher fest, wer protokolliert
Protokolliert jedes Meeting:
angesprochene Themen
Absprachen und Entscheidungen
offen gebliebene Punkte
Reflektiert, wie viele Meetings wirklich nötig sind – sonst werden sie zum Zeitfresser
Planung und Zeiterfassung
Eure Zeit ist begrenzt (siehe Arbeitsaufwand). Nur wenn ihr plant und messt, seht ihr rechtzeitig, ob sie reicht.
Planung
Für das gesamte Projekt:
Tragt alle festen Termine in einen gemeinsamen Kalender ein, insbesondere Abgaben, Vorträge und Meilensteine
Berücksichtigt Urlaub, Klausuren und andere Abwesenheiten
Plant Zeit für Projektorganisation ein (Planung, Doku, Prozesse, Tooling, …), nicht nur für Entwicklung
Für jede Iteration:
Schätzt die Anforderungen (siehe D03 Anforderungen)
Plant Aufgaben so, dass sie zu euren Projektzielen beitragen
Plant genug Puffer für Probleme ein
Verteilt Aufgaben so, dass Wissen nicht nur bei einer Person liegt
Arbeitet regelmäßig statt kurz vor Terminen
Zeiterfassung
Zeiterfassung ist nicht optional!
Erfasst eure Zeiten und ordnet sie Kategorien zu
Wertet die Daten regelmäßig im Team aus:
Wie viel Zeit ist in die letzte Iteration geflossen?
Haben alle Teammitglieder etwa gleich viel Zeit investiert?
Wie hoch ist eure Velocity?
Fortschritt
Macht euren Fortschritt sichtbar, z.B. auf einem Board
Sorgt dafür, dass jede Aufgabe eine verantwortliche Person hat
Behaltet im Blick, wie viel Arbeit und wie viel Zeit noch übrig sind
Reagiert auf Abweichungen und aktualisiert eure Schätzungen der Restaufwände
In der Projektdokumentation stellt ihr eure Planung als Burndown-Chart und die Verteilung eurer Arbeitszeit als Pie-Chart dar.