TB Handbuch
Änderungen:
2026-09-19 Übernahme des Handbuchs von 2025 als Webseite
Vorwort
Liebe Teambegleitungen,
schön, dass ihr euch entschieden habt, dieses Jahr Teambegleitung (TB) für das Teamprojekt Softwareentwicklung (TPSE) zu werden. Dieses Handbuch bietet einen Überblick über eure Aufgaben, den Ablauf des Praktikums und die inhaltlichen Grundlagen. Da viele Informationen, die ihr während des Semesters immer wieder brauchen werdet, hier zu finden sind, solltet ihr dieses Handbuch sorgfältig lesen. Bitte beachtet allerdings, dass dieses Handbuch derzeit noch weiterentwickelt wird. Die Inhalte werden fortlaufend ergänzt und korrigiert. Solltet ihr Input für weitere Inhalte o. ä. haben, sprecht uns gerne darauf an oder schreibt uns eine Mail.
Wichtige Informationen (zum Beispiel dieses Handbuch, die Slides, Termine, Abgaben und das TB-Forum) befinden sich im Moodle-Kurs für das TPSE. In diesem solltet ihr Tutor:innen-Rechte haben. Solltet ihr noch nicht in diesem Kurs sein oder dort keine Rechte haben, kontaktiert uns bitte.
Bei Fragen aller Art sind wir unter tpse@cs.tu-darmstadt.de oder im Moodle-Kurs für euch erreichbar.
Liebe Grüße
Euer TPSE-Organisationsteam
Allgemeine Informationen
Hier sind die wichtigsten Informationen zusammengefasst. Bitte beachtet zusätzlich aktuelle Informationen und die FAQs im Moodle-Kurs.
Termine und Deadlines
Die Gruppen haben zunächst die folgenden festen Termine: Einführungsveranstaltung, Begleitvorlesungen, Teamtrainings und Präsentationstrainings. Dazu kommen gruppenspezifische Termine intern, mit euch (TBs) und mit den AGs.
Mehrere Deadlines sind von den Gruppen einzuhalten:
Themenwahl (inkl. Gruppenfindung)
Abgabe Spezifikationsdokument
Abgabe Projektdokumentation
Abschlussvorträge
Projektübergabe an AG
Die aktuellen Daten für Termine und Deadlines finden sich im Moodle-Kurs.
Ablauf Softwareprojekt
Die Teilnehmer wählen in Moodle zunächst eine Gruppe und geben Projektpräferenzen an. Das zugeteilte Projekt wird anschließend selbstverantwortlich und meist agil entwickelt. Ziel ist neben Entwurf und Entwicklung eines Softwaresystems dabei auch gute Dokumentation und ein Vortrag. Ein grober Projektzeitplan ist im Moodle-Kurs zu finden.
Eure Rollen und Aufgaben als TB
Hier werden eure Rollen und Aufgaben als Teambegleitungen beschrieben. In Kapitel Bewertungsschema findet ihr das Bewertungsschema für TBs.
Rolle der Teambegleitung
Projekterfolg sicherstellen
Euer wichtigstes Ziel: Das Team bringt das Projekt erfolgreich zum Abschluss zur Zufriedenheit der Auftraggeber:innen. Wenn Probleme absehbar sind (z. B. Konflikte, unrealistische Anforderungen, keine Fortschritte), helft dem Team proaktiv dabei, diese zu lösen. Bei besonders schwierigen Problemen informiert bitte frühzeitig die TPSE-Orga.
Aufgaben
Als Teambegleitung helft ihr euren Gruppen bei auftretenden Problemen und unterstützt sie während des Projekts.
Interessenvermittlung: Ihr vermittelt während des Projektes zwischen den Interessen der Gruppe und denen der AGs.
Berichterstattung: Ihr stellt Kontakt zur TPSE-Orga her, fragt regelmäßig den Fortschritt und die Stimmung in der Gruppe ab und dokumentiert den Fortschritt in euren TB-Logs. In den wöchentlichen, bzw. später evtl. zweiwöchentlichen, TB-Meetings klärt ihr mögliche Unklarheiten und Probleme. Ihr liefert zweimal gesonderte Berichte über den Teamstatus.
Qualitätskontrolle: Ihr prüft den Code der Teams stichprobenartig, insb. die Code-Reviews.
Feedback: Ihr gebt euren Gruppen Feedback zur Projektspezifikation und zur Projektdokumentation. Dies erfolgt jeweils zwei Wochen vor der Team-Abgabe.
Beratung: Ihr beratet das Team zu Methoden und Best-Practices in Teamprojekten, wirkt jedoch nicht selbst aktiv an der Implementierung mit.
Konfliktlösung: Ihr unterstützt im Fall von Konflikten und gebt diese, falls von euch nicht schlichtbar, an die TPSE-Orga weiter.
Trainingssupport: Ihr begleitet eure Teams zu Team- und Präsentationstrainings und unterstützt dort bei der Schulung. Zudem nehmt ihr an der TB-Schulung zu Beginn des Semesters teil.
Nicht eure Aufgaben
Nicht Teil eurer Aufgaben ist es, bei der Implementierung oder Organisation der Arbeitsaufteilung zu helfen. Die Leistung der betreuten Gruppe hat keinen Einfluss auf eure Note als Teambegleitung.
Gruppentreffen
Jede Teambegleitung bekommt zwei oder drei Gruppen zugeteilt. Die Zuteilung erhaltet ihr in der zweiten Vorlesungswoche, wenn die Themenverteilung erfolgt ist. Das erste Treffen mit der Gruppe solltet ihr zeitnah organisieren – den Kontakt stellt ihr aktiv her!
Anschließend finden solche Treffen regelmäßig statt, die Frequenz hängt aber stark von den Bedürfnissen der Gruppe ab. Ihr solltet eure Gruppen auf wichtige Deadlines hinweisen und sie auffordern, an Team- und Präsentationstrainings teilzunehmen.
TB-Logs
Damit die TPSE-Orga eine Übersicht über den Projektverlauf erhält, gebt ihr zu jeder Iteration jeder Gruppe einen TB-Log ab. In diesem beschreibt ihr den Fortschritt eurer Gruppe. Weitere Details findet ihr in Kapitel TB Logs.
TB-Meetings
Neben aktiver Teilnahme an den wöchentlichen TB-Treffen seid ihr dazu eingeladen, auch das Protokoll des TB-Treffens zu führen.
AGs
Grundlegend solltet ihr gegenüber AGs höflich auftreten. Dennoch solltet ihr auch bestimmt auftreten und euch, wenn nötig, durchsetzen. Bei Konflikten solltet ihr zunächst versuchen, diese zu schlichten. Sollte das scheitern, kontaktiert bitte die TPSE-Orga.
Zuerst vereinbart ihr mit euren Gruppen und den jeweiligen AGs das erste Treffen. Zu weiteren Treffen seid ihr solange anwesend, bis sich alle einig sind, dass dies nicht mehr nötig ist. Danach ist die Anwesenheit in AG-Treffen nur noch bei Problemen nötig.
Stellt sicher, dass die AGs im ersten Treffen User-Storys und Qualitätssicherung thematisieren – sprecht das dort gegebenenfalls an. Die AGs sollen den agilen Prozess mit der Gruppe abbilden, User-Storys aufstellen, priorisieren und nach Fertigstellung abnehmen. Iteration 1 startet mit dem ersten AG Treffen.
Trainings
Jede eurer Gruppen soll im Laufe des Semesters an einem Teamtraining und einem Präsentationstraining teilnehmen. Dazu können die Gruppen individuell einen Termin auswählen. Stellt sicher, dass die Gruppen dies zeitnah machen und dass ihr an diesem Termin auch Zeit habt.
Als Teambegleitung nehmt ihr ebenfalls an den Trainings teil und unterstützt den Trainer. Genaueres dazu lernt ihr in den zwei TB-Schulungen vor den Trainings.
Hospitation
Im Laufe des Semesters werdet ihr einmalig eine andere Teambegleitung hospitieren und ebenso hospitiert. Dies bietet euch die Möglichkeit, Feedback zu eurer Arbeitsweise zu bekommen. Genauere Informationen befinden sich in Kapitel Hospitation.
Bewertungsschema
In der Abbildung seht ihr eine vorläufige Aufstellung dessen, wie eure Note als TB zustande kommt. Der Schwerpunkt liegt auf eurer Berichterstattung an uns Orga. Die genaue Gewichtung hängt von der Anzahl an Gruppen ab, die ihr betreut.
Die Note, die eure Gruppe von AG und der TPSE-Orga erhält, fließt nicht in eure Note ein.
TB Logs
In diesem Abschnitt findet ihr Hinweise zu den TB Logs, die ihr zu jeder Software-Iteration eurer Gruppe abgeben sollt.
Motivation
Es ist für uns als Orga-Team aufgrund der hohen Anzahl von Gruppen nicht möglich, selbst Kontakt zu den Gruppen zu halten und den Fortschritt der Gruppen zu verfolgen. Damit das Orga-Team einen Überblick darüber bekommt, was in den Gruppen passiert, ist es eure Aufgabe, zu jeder eurer Gruppen pro Iteration ein Log zu schreiben.
Grundsätzliches
Für das Orga-Team ist eure eigene Einschätzung über den Fortschritt der Gruppen relevant. Daher sollen eure Logs weder zu spezifisch sein (z. B. mit genauen Zeitangaben), aber auch nicht zu allgemeine Informationen enthalten. Es muss nicht immer Fließtext sein, ausformulierte Stichpunkte sind auch in Ordnung.
Bei der Bewertung der Logs achtet das Orga-Team vor allem darauf, dass ihr regelmäßig Logs schreibt und dass eure Logs Mehrwert bieten, um einen Eindruck vom Stand eurer Gruppen zu bekommen.
Do’s
Jede Iteration ein Log schreiben!
Ca. eine Viertel Seite, gerne Absätze nutzen für bessere Lesbarkeit
Notwendigen Kontext mitliefern & eure eigene Einschätzung geben
Markiert das Log als wichtig, falls es Probleme gibt / die TPSE Orga das Log zeitnah lesen sollte
Don’ts
Uhrzeit- und Datumsangaben
Fragen (bitte stattdessen ins Forum im Moodle-Kurs oder im TB-Meeting, oder bei persönlichen Anliegen per Mail)
Leitfragen
Was ist der Status des Projekts?
Gibt es in der Gruppe Schwierigkeiten? Wo und wie könnte man unterstützen?
Gibt es Dinge, die noch nicht verstanden wurden?
Liegt die Gruppe im Zeitplan?
Gibt es Probleme oder Konflikte?
Wie sieht der Fortschritt bzgl. Userstories, Tests und Code Reviews aus? Wie laufen die Iterationen?
Werden die Aufgaben fair aufgeteilt?
Arbeiten alle richtig mit?
Sind alle erreichbar?
Ist der:die AG zufrieden?
Beispiele für gute Logs aus dem Vorjahr
Beispiel 1: Die Gruppe ist sehr selbstständig und ist auch in engen Kontakt mit dem Auftraggeber um alle möglichen organisatorischen Dinge für das Projekt zu klären.
Das erste AG-Treffen hat bereits stattgefunden. Hierbei musste ich an der ein oder anderen Stelle etwas nachhelfen damit alle Themen angesprochen werden.
Weiterhin hatte die Gruppe noch ein weiteres Treffen, zu dem ich zeitlich nicht hinzukommen konnte, jedoch haben wir uns über den Discord Server ausgetauscht.
Teilweise lässt die Gruppe sich etwas Zeit, wenn es um organisatorische Fragen geht, jedoch würde ich dies zum momentanen Zeitpunkt nicht als einen Problempunkt betrachten, da die Gruppe sich erst noch etwas kennenlernen muss, da sie sich erst durch das TPSE zusammengefunden haben.
Beispiel 2:
Fachlich
Das Thema zu dem die Gruppe zugewiesen wurde gefällt allen Teilnehmer:innen. Es ist viel fachliche Vorkenntnis vorhanden. Besondere Herausforderung für die Gruppe wird es sein, den SE-Prozess in dem gewünschten Detailgrad durchzuführen. Die Gruppe möchte sich jedoch auf den Agilen-Prozess einlassen und steht dem positiv gegenüber.
Sozial
Die Gruppe kannte sich bereits vorher. Es herrscht eine angenehme Arbeitsatmosphäre und die Teammitglieder sind eingespielt. Jeder traut sich frei seine Meinung zu äußern, auch wenn nicht immer alle Teilnehmer:innen gleicher Meinung sind.
Beispiel 3:
Meeting mit TB (KW 44):
Gutes und konstruktives Treffen
Team kennt sich größtenteils
Alle 5 Gruppen-Mitglieder zeigen Motivation
Team hat Agenda für das AG-Treffen erarbeitet
Meeting mit AG (KW 45):
Gruppe hat die Initiative ergriffen und einen sehr kompetenten Eindruck hinterlassen
Rahmenbedingungen und weiteres Vorgehen wurden zufriedenstellend festgelegt
Intensiver Austausch über mögliche User-Storys
AG konnte einzelne Funktionalitäten noch nicht priorisieren (Umfang noch unklar, wird aber wohl bis zum nächsten Meeting präzisiert)
Ausblick und Prognose: Das Projekt ist ziemlich gut gestartet, so dass die Prognose sehr positiv ausfällt. Die Gruppe wirkt organisiert, kompetent und motiviert.
Beispiel 4: Der Erstkontakt mit der Gruppe hat ohne Probleme funktioniert und wir konnten auch schnell einen Termin für das erste Treffen finden. In diesem hatten wir einen sehr offenen Diskurs, in dem sich jeder zu Wort meldete und über das Projekt gesprochen wurde. Dabei kamen verschiedene Fragen auf, die durch die Folien nicht geklärt werden konnten. Anhand dieser und weiteren Informationen, die ich der Gruppe zur Verfügung gestellt hatte, stellte die Gruppe selbständig eine Agenda mit Fragen zusammen, die sie mir überreichten. Die Gruppe leitete das Gespräch anhand der Agenda und konnte alles Wichtige mit den AG klären.
Deliverables der Gruppen
Eure Gruppen müssen im Laufe des Semesters zwei wichtige Dokumente abgeben: das Spezifikationsdokument gegen Anfang und die Projektdokumentation gegen Ende des Semesters. Eure Aufgabe als TB ist es, der Gruppe Feedback zu den beiden Dokumenten zu geben. Dafür gibt euch eure Gruppe zwei Wochen vor der eigentlichen Deadline eine Vorversion ab. Ihr habt dann eine Woche Zeit, um Feedback zu geben. Idealerweise gebt ihr iterative Feedback, also schaut euch auch die überarbeiteten Versionen an.
Spezifikationsdokument
Das Spezifikationsdokument stellt den „Vertrag“ zwischen dem Team und den AGs dar. Ziel ist die Klärung des Projektrahmens.
Während der ersten Iteration (nach dem ersten Treffen mit dem AG) schreibt das Team das Spezifikationsdokument basierend auf den Diskussionen mit den AGs. Im Unterschied zu den Vorjahren, sind Anforderungen/User Stories nicht Teil des Spezifikationsdokuments. Stellt sicher, dass die AGs auch das Spezifikationsdokument erhalten und darauf Feedback geben können, idealerweise noch vor der Vorabgabe des Spezifikationsdokuments.
Weitere Informationen finden sich unter:
https://bp.st.informatik.tu-darmstadt.de/Spezifikationsdokument.html
Als Referenz werden wir in Moodle einige Beispieldokumente aus dem letzten Jahr bereitstellen.
Projektdokumentation
Die Projektdokumentation ist die zweite wesentliche Abgabe der Gruppe und dokumentiert / belegt die für das Projekt relevanten QS-Ziele und die durchgeführten Maßnahmen. Genaue Infos zu Formalitäten folgen auf Moodle.
Konstruktives Feedback
Als TB gebt ihr an verschiedenen Stellen Feedback, sowohl zur Bewertung von Leistungen, als auch zur Verbesserung von Prozessen und Kommunikation. Hierfür ist es essentiell, dass das Feedback konstruktiv ist. Die Grafik der HDA fasst die Kernpunkte konstruktiver Kommunikation zusammen. Feedback sollte sachlich richtig und prägnant formuliert werden, wobei keine moralische Verurteilung erfolgt. Bewertungen sollten positive und negative Punkte berücksichtigen und diese nachvollziehbar gewichten.
Auf der Empfängerseite sollte konstruktives Feedback nicht emotional, sondern rational betrachtet werden. Hierbei ist das gemeinsame Ziel der Verbesserung der Abgabe und der Projektarbeit zu berücksichtigen. Allgemein ist Feedback stets vertraulich zu behandeln.
Agile Entwicklung und Teamarbeit
Agile Entwicklung ermöglicht schnelle, zielstrebige Entwicklung und ist für das TPSE meist sinnvoll. Sie setzt regelmäßige und häufige Treffen mit den AGs voraus, damit kunden- und zielorientiert gearbeitet werden kann. Agile Entwicklung sorgt dafür, dass sich die Software durchgängig in einem nutzbaren Zustand befindet. Die ständige Reflektion über den Entwicklungsprozess führt meist zu gutem Software-Design. Wichtige Informationen zu Agiler Entwicklung und dem Entwicklungsprozess sind in den Vorlesungsunterlagen in Moodle zu finden.
Im Folgenden geben wir euch Tipps zur Betreuung und Kommunikation mit eurer Gruppe, sowie zur Durchführung von Treffen mit der Gruppe und den AGs. Grundsätzlich seid ihr bei der Gestaltung dieser Treffen flexibel, dennoch könnt ihr euch an den gezeigten Beispielen orientieren.
Teamarbeit
Das TPSE ist ein Teamprojekt und ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist, dass die Gruppen als Team zusammenarbeiten und gut kommunizieren. Dies solltet ihr als TB prüfen und sicherstellen, indem ihr das frühzeitige und ehrliche Ansprechen von Problemen, regelmäßiges Feedback und effektive Konfliktlösung etabliert.
Zeiterfassung: Gruppen sollen für sich ihre Arbeitszeiten tracken. Die Wahl des Tools steht ihnen frei. Wichtig für uns als Orga ist, am Ende eine Statistik der Arbeitszeiten zu sehen, die Aufschluss über den Aufwand verschiedener Aufgabenkategorien gibt. Hierzu bietet sich folgende Unterscheidung an:
Begleitvorlesung
Einarbeitung
Implementation
Trainings
Dokumentation & QS-Prozess
Meetings & Organisation
Erstes Gruppentreffen
Im Folgenden beschreiben wir beispielhaft das erste Gruppentreffen. Als TB solltet ihr dieses Treffen initiieren, sofern dies nicht schon von eurem Team erledigt wurde. Ziel des ersten Treffens ist das gegenseitige Kennenlernen und die Vorbereitung auf das erste AG-Treffen. Um das Treffen zu strukturieren und sicherzustellen, dass wesentliche Punkte früh geklärt werden, könnt ihr euch an den folgenden Punkten orientieren.
- Kennenlernen
Die Gruppe sollte sich untereinander und mit euch bekannt machen. Klärt Vorkenntnisse und Erwartungen an das Projekt.
- Agiler Prozess
Besprecht Vorkenntnisse und Unklarheiten zu Agiler Entwicklung (Sprints, User-Stories, Velocities).
- Terminabsprache
Besprecht, welche Termine für AG-Treffen infrage kommen und wie ihr einen ersten AG-Termin ausmacht.
- Modalitäten
Besprecht die Abgabemodalitäten.
- Feedback
Feedback und ehrliche Kommunikation sind essentiell, deswegen klärt entsprechende Erwartungen und Strategien mit der Gruppe.
- Zeiten der Gruppenmitglieder
Wann hat jedes Gruppenmitglied Zeit und wie soll sich die Arbeitslast über das Semester verteilen?
- Rollen
Besprecht potentielle Rollen und Verantwortungen, wie bspw. Protokollierung der Treffen.
- Projektfolien durchgehen
Ihr könnt gemeinsam die Folien zum Software-Projekt duchgehen und damit Fragen für das erste AG-Treffen vorbereiten.
- AG-Treffen
Sprecht über das erste AG-Treffen und welche Erwartungen und Fragen die Gruppe bereits hat. Jedes Teammitglied sollte sich mit der Projektausschreibung inhaltlich beschäftigt haben. Idealerweise erstellt ihr eine grobe Agenda, siehe Anhaltspunkte in Kapitel Erstes AG-Treffen.
Erstes AG-Treffen
Nach dem ersten Treffen mit eurer Gruppe soll zeitnah das erste AG-Treffen stattfinden. Bei späteren Treffen solltet ihr dabei sein, bis sich alle einig sind, dass das nicht mehr nötig ist. Ihr könnt die Gruppe die meisten Dinge eigenständig besprechen lassen, solltet aber nötigenfalls eingreifen. Die Gruppe soll für ihre Unterlagen stets Protokoll führen.
- Vorstellung
Stellt euch kurz vor und lernt die AG kennen. Wenn euch nicht das „Du“ angeboten wird, solltet ihr per default Siezen. Hier sollte auch über Programmiersprache, Framework, Infrastruktur, Lizenz, Ressourcen usw. gesprochen werden.
- Umfang
Sprecht den zeitlichen Gesamtumfang des Projekts an. Klärt unter diesen Bedingungen realistische Erwartungen an das Projekt und die Abgaben. Beachtet, dass nicht 100 % der Zeit in reine Implementierung fließen.
- QS
Ihr solltet die Vorbereitung auf QS-Ziele ansprechen und ggf. mögliche Ziele diskutieren.
- Erste Iteration
Legt Aufgaben für die erste Iteration in sinnvollem Umfang fest. Sollten die AGs noch wenig Vorstellung von dem Projekt haben, kann hier auch gemeinsames Brainstorming hilfreich sein. Zunächst kann man zur Findung initialer User-Storys auch ggf. Bestand analysieren, Kernfunktionen analysieren (die Grundlage für weitere Funktionen sind oder die Minimalanforderungen erfüllen), nichtfunktionale Anforderungen betrachten (Einarbeitung) und typische Situationen in der Anwendung oder das Ziel der Anwendung diskutieren.
- Plan für weitere Treffen
Sprecht über optimale Termine und eine Frequenz (2-3 Wochen) für die weiteren Treffen. Das zweite Treffen sollte vor der Abgabe der Projektspezifikation liegen, damit diese mit den AGs abgestimmt ist.
Nach diesem Treffen lohnt es sich, mit den Gruppenmitgliedern gemeinsam Story Points zu schätzen.
Qualitätssicherung als TB
Im Folgenden gehen wir auf die Rolle der Teambegleitung in der Qualitätssicherung ein. Mehr allgemeine Informationen zu Qualitätssicherung findet ihr in den Begleitvorlesungen.
Die Auswahl von Qualitätszielen und die Erstellung von passenden Maßnahmen und Prozessen scheint zu Beginn einfach, erfordert allerdings gute Überlegungen und Erfahrung erleichtert dies. In der Regel haben die Teambegleitungen schon selbst das TPSE belegt und haben deshalb diese Erfahrungen schon sammeln können. Zu Beginn des TPSE ist es hilfreich, deine Teams kennen zu lernen. Dabei kannst du sie danach fragen, ob sie das Modul Software-Engineering (welches einen guten theoretischen Grundstein legt) schon belegt haben und ob sie schon einmal ein größeres Projekt bestritten haben. Dadurch erfährst du, wie das Team aufgestellt ist.
Deine Aufgaben der Teambegleitung bezüglich der Qualitätssicherung besteht darin, das Team zu unterstützen, die richtigen Qualitätsziele auszusuchen und passende Maßnahmen mit zugehörige Prozesse zu definieren. Dafür gibt es kein einfaches Handbuch, sondern muss situationsbedingt gehandelt werden.
Folgend sind einige typische Fehler, die gerne von TPSE-Studenten gemacht werden, aufgelistet.
Wurden die QS-Ziele lediglich ausgewählt, weil der AG darauf wert legt oder wurden sich selbst darüber Gedanken gemacht?
Ist die Auswahl der QS-Ziele richtig oder wäre ein anderes QS-Ziel passender zu bearbeiten im Bezug auf das Projekt?
Ist die Maßnahme wirklich geeignet, um das QS-Ziel zu erreichen? Oder müssten noch weitere Maßnahmen hinzugefügt werden, um dieses zu erreichen?
Eine Maßnahme eines QS-Zieles erwirkt keinen Mehrwert, da die Anforderung schon durch eine andere Maßnahme abgedeckt ist.
Oft werden die QS-Ziele Funktionalität und Zuverlässigkeit nicht richtig verstanden und Maßnahmen vertauscht.
Es werden sich QS-Ziele ausgedacht, obwohl diese standardisiert sind.
Keine vollständige QS-Ziele (fehlende „wer macht wann was warum und mit welcher Folge?“).
Das QS-Ziel ist zu generisch gewählt und der Bezug zum Projekt fehlt.
Die Rücksprache mit dem AG ist keine Maßnahme für ein QS-Ziel.
Ist die Regelmäßigkeit der Maßnahmen wohl überlegt oder generisch? Dies kann sehr einfach mit der Frage herausgefunden werden „Warum habt ihr das Intervall von x für die Maßnahme verwendet?“.
Hospitation
Für die Teambegleitungen wird es dieses Semester eine Peer-Hospitation stattfinden. Diese hat inhaltlich keinen unmittelbaren Einfluss auf eure Note. Stattdessen dient sie als Möglichkeit, Feedback zu erhalten, einen Anlass für Austausch zu bieten und durch Beobachtung aus der Erfahrung anderer zu lernen. Ihr könnt die Hospitation nutzen, um euch gezielt zu etwas Feedback geben zu lassen bei dem ihr euch verbessern wollt, das weitere Vorgehen in einer Situation, bei der ihr euch unsicher seid, mit einer zweiten TB zu besprechen, oder einfach euren Stil mit einem anderen zu vergleichen und zu überlegen, wie ihr davon profitieren könnt.
Ablauf
Der Ablauf der Hospitation wird hier kurz beschrieben.
Wer hospitiert wen?
Jede TB hospitiert eine weitere TB und wird von dieser TB hospitiert. Die Zuteilung geschieht weitgehend zufällig. Die Aufteilung und der genaue Zeitpunkt wird rechtzeitig vorher im Moodle-Kurs bekannt gegeben.
In welchem Rahmen findet die Hospitation statt?
Jede Hospitation sollte in einem Treffen der Gruppe mit der TB stattfinden. Sollte es aus gutem Grund im vorgesehenen Zeitraum keine Treffen dieser Art geben, ist auch ein AG-Treffen mit TB und Gruppe in Ordnung.
Obwohl jede TB mehrere Gruppen hat, muss nur eine davon hospitiert werden. Macht der Gruppe klar, dass nicht das Verhalten der Gruppe hospitiert wird und die Hospitation keinen Einfluss auf Noten hat (weder der Gruppe noch der TB).
Unter Beachtung dessen kann die TB, die hospitiert wird, die Gruppe frei wählen. Je nach persönlicher Zielsetzung kann es zum Beispiel sinnvoll sein, eine Gruppe zu wählen, bei der nicht alles perfekt läuft, ihr euch herausgefordert fühlt oder bei der ihr Input zum weiteren Vorgehen gebrauchen könnt.
Wie werden die Termine festgelegt?
Jede Zweiergruppe legt die Termine eigenständig fest. Pro Hospitation wird ein Gruppentreffen und ein Feedbackgespräch (nur die beiden TBs) benötigt. Das Feedbackgespräch sollte auf jeden Fall zeitnah, idealerweise im Anschluss des Gruppentreffens.
Die Hospitationen sollten vor der Winterpause stattfinden, damit ihr das Feedback im weiteren Verlauf noch anwenden könnt.
Was wird dem Orgateam berichtet?
Ihr notiert für beide Gruppentreffen in euren TB-Logs, dass die Hospitation stattgefunden hat. Inhalte bleiben zwischen euch, sofern ihr euch nicht gezielt dafür entscheidet, uns zu kontaktieren/berichten.
Wie wird die Hospitation vorbereitet?
Zur Vorbereitung eurer eigenen Hospitation, beantwortet bitte folgende Fragen und sendet die Antworten spätestens 24 Stunden vor dem Treffen an die hospitierende TB. Bevor ihr hospitiert, sichtet die Antworten und überlegt euch, wie ihr eure Beobachtungen, insbesondere im Bezug auf die Frage, worauf geachtet werden soll am Besten festhaltet, um sie im Anschluss weiterzugeben.
Wo liegen deine persönlichen Stärken als TB? Was kannst du, was dich in bestimmten Situationen zu einer besonders guten TB macht?
In welchen Bereichen oder Situationen würdest du deine Fähigkeiten gerne noch verbessern? Wo fühlst du dich unsicher oder glaubst, nicht so zu agieren, wie du es dir wünschst?
Zu welchen Aspekten hättest du gerne Feedback? Auf was soll die TB, die dich hospitiert gezielt achten?
Inspirationen
Hier sind noch einige Inspirationen dafür, was in den Hospitationen interessant sein könnte.
Welcher Struktur folgte das Treffen? Was war daran gut und was könnte verbessert werden?
Welche Rolle nimmt die TB ein (eher passiv, moderierend oder aktiv in der Gesprächsführung)? Entspricht dies der Rolle, die ich als hospitierte TB (für diese Gruppe) anstrebe? Was war gut gelöst? Wann hätte mehr oder weniger ins Gespräch eingegriffen werden können?
Wirkte das Gespräch von Seiten der TB gut vorbereitet? Konnten aufkommende Fragen zufriedenstellend beantwortet werden?
Haben sich die Gruppenmitglieder aktiv am Gespräch beteiligt? Gab es Personen, die sich nicht beteiligt haben? Wie ist die TB damit umgegangen?
War das Gespräch lösungsorientiert (d. h. wurden Probleme diskutiert, Lösungen erarbeitet, Aufgaben verteilt, etc.)?
War das allgemeine Auftreten der TB empathisch, souverän, informiert?
Hat sich die TB klar ausgedrückt?
Nachbesprechung
Was sollte Teil der Nachbesprechung sein?
Im Feedbackgespräch, an dem nur die beiden TBs teilnehmen, soll sowohl das besuchte Gruppentreffen nachbesprochen werden als auch darüber hinaus Anregungen ausgetauscht werden. Zunächst sollten beide TBs ihren Eindruck des Gesprächs schildern. Dann stellt die hospitierende TB ihr Feedback zu den gewünschten Punkten sowie alle weiteren Beobachtungen vor. Falls die hospitierte TB das wünscht, können gemeinsam Lösungs-/Verbesserungsansätze besprochen werden.
Außerdem können weitere Punkte zum Verlauf des TPSE besprochen werden. Dafür kann unter anderem eine Auswahl der folgenden Themen herangezogen werden:
Wie ist bislang der Gesamteindruck der jeweiligen Gruppen?
Gruppenmanagement:
Wie bleibe ich über den Fortschritt der Gruppen informiert? (Kommunikationskanäle)
Turn-around Zeiten (Was tun, wenn die Gruppe erst sehr spät antwortet, etc.)
Wie gut arbeitet die Gruppe als Team zusammen? Kann ich meine Gruppe mehr motivieren (falls ja, wie)?
Wie ist das Gruppenklima insgesamt?
Gibt es Gruppen, die mehr Betreuung benötigen als andere? Wie gehe ich damit um? Wie motiviere ich sie zu mehr Selbstständigkeit?
Gab es Konflikte innerhalb der Gruppe? Wie gehe ich damit um? Gibt es Anzeichen dafür, dass es zu Konflikten kommen könnte? Versuche ich hier vorzubeugen? Wie?
Inhaltlich
QS: gibt es besonders gut gelungene/passende QS-Ziele der Gruppen (die weiterempfohlen werden können)?
Tools: Benutzt meine Gruppe coole Tools, die noch nicht genannt werden, aber auf jeden Fall empfohlen werden sollten? So etwas kann gerne im Forum mit allen TBs geteilt werden.
Umgang mit AG
Gibt es problematische AGs? (wenig Feedback, zu viele Anforderungen, übermotiviert, …)
Wie gehe ich damit um?
Selbstreflexion
An welchen Stellen habe ich mich überfordert gefühlt?
Welche Aufgaben fallen mir schwer, welche leicht?
Umgang mit KI-Tools
Bitte beachtet die Regeln zum Umgang mit KI-Tools, welche im FAQ im Moodle-Kurs erläutert werden.